Oel-Massagen

Massageform aus dem Ayurveda, bei der das verwendete Öl eine besondere Bedeutung hat.

Ursprung
Im Ayurveda spielen Ölanwendungen in Form von Ganzkörpermassagen eine übergeordnete Rolle zur Harmonisierung der Körperenergien (Doshas).

Methode
”Tägliches Einölen bringt Festigkeit des Körpers, macht ihn frei von Störungen des Vata und widerstandsfähiger gegenüber Belastungen und Bewegung. Die Haut fühlt sich angenehm an, die Körperteile sehen gut aus, Stärke und Anmut nehmen zu und das Alter hat keine so große Macht…” – so ist es in den ayurvedischen Schriften zu lesen. Das Einölen bedeutet also viel mehr, als der Haut allein einen geschmeidigen Schutzfilm zu verleihen: Das Öl dringt in die Gewebe ein und entfaltet dort seine reinigende, nährende und stärkende Wirkung. Je länger die Massage, um so tiefere Gewebsschichten werden erreicht. Taila, das Sanskritwort für Öl im weiteren Sinne, bezeichnete ursprünglich nur Sesamöl, womit die herausragende Stellung des Sesamöls deutlich wird. Denn Öl ist nicht gleich Öl. Auch Öle unterscheidet man, so wie jede Substanz, nach ihren Eigenschaften. Diese können z.B. eher wärmend oder kühlend wirken. Sesamöl gehört demnach zu den wärmenden Ölen und es gilt als besonders fein. ”Fein” beschreibt hier wiederum die Substanzeigenschaft und meint das Gegenteil von ”grob”. Erst diese Feinheit soll das porentiefe Eindringen in kleinste Körperkanälchen, den sogenannten Srotas, ermöglichen, die dem Stofftransport zu bzw. aus den Geweben dienen. Sind die Srotas blockiert, soll es zu Störungen im energetischen Fließgleichgewicht kommen. Denn auch die Körperenergien (Doshas) bewegen sich laut ayurvedischer Physiologie entlang dieser Kanäle.
Zusätzliche Wärmeanwendung beschleunigt das Stoffwechselgeschehen und fördert die Durchblutung. ”Wärmendes” Sesamöl wird bevorzugt bei Vata- und Kapha-Dosha, ”kühlendes” Sonnenblumenöl bei Dominanz von Pitta-Dosha eingesetzt.
Zur Unterstützung und Beschleunigung dieser Prozesse bedient man sich zusätzlich spezieller Schwitzverfahren, den sog. Svedana–Behandlungen. Siehe auch ätherische Öle, Massage.

Beurteilung
Östliche Körperkonzepte betonen die frei strömenden Energien und die Pflege der Sinneswahrnehmung. Fühlen und Gefühle sind nicht voneinander zu trennen. In der westlichen Welt ist Berührungsmangel für viele Menschen ein Defizit. “Chronic skin hunger” heißt das neue Krankheitsbild, so dass sich die Massage als wichtigste Therapie bei den “chronic skin hunger” Leiden etabliert hat. Dem kann hinzugefügt werden: “Liebe ist die beste Medizin”, Zitat Sauerbruch.